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      AsMoPLAST steigt mit KraussMaffei in die LSR-Verarbeitung ein.

       

      Experteninterview – KraussMaffei ahead Portal

      Simon Zügel ist ein mutiger CEO. Früh in den 2000ern bezog er erstmals Werkzeuge aus China, etablierte sich dann in den Bereichen globaler Formenbau und Spritzgießen und nutzt seither konsequent alle Chancen, um das Portfolio zu erweitern. Nun stieg seine Firma AsMoPLAST in die Silikonverarbeitung ein, kaufte eine CX 80-380 SilcoSet und baute das Werkzeug für das Projekt selbst.  Ahead sprach mit ihm, wie es dazu kam.

       

      AsMoPLAST steigt in die LSR-Spritzgießtechnik ein | Spritzguss und Formenbau Deutschland

       

      Ahead: Als Thermoplast-Spritzgießer hat man oft kaum Berührungspunkte mit LSR (Liquid Silicone Rubber), obwohl es da hervorragende Wachstumsraten gibt. Wie sind Sie auf das Thema gekommen?

      Simon Zügel: Ehrlich gesagt hatten wir das auch nicht auf dem Schirm, aber ich bin immer daran interessiert unseren Kunden Mehrwert zu bieten und wage mich dann auch gerne in neue Bereiche vor. So kam es ja, dass AsMoPlast zunächst mit der Werkzeugbeschaffung in China begann, dann hier den eigenen Werkzeugbau etablierte, eine Spritzgießabteilung ergänzte und heute ein Spezialist mit Standorten in Deutschland und China ist. Als ein neuer Kunde dann mit einem Silikonprojekt kam, haben wir uns entschlossen, in diese Technologie einzusteigen.

       

      Ahead: War sofort klar, dass Sie die Maschine bei KraussMaffei bestellen würden?

      Simon Zügel: Wir haben von KraussMaffei schon Maschinen der Baureihen CX und GX für die Thermoplastverarbeitung, da lag es natürlich nahe, auch wegen des Silikonspritzgießens anzufragen. Überzeugt hat uns das Gesamtpaket aus Hard- und Software, sprich der Anwendungstechnik. Die Leute um Sebastian Wahl haben uns großartig unterstützt, auch bei der Inbetriebnahme der CX 80-380 SilcoSet.

       

      Ahead: Hat alles gut geklappt?

      Simon Zügel: Wir hatten eigentlich ab dem ersten Schuss Gutteile, was wirklich fantastisch ist. Unser ganzes Team war natürlich sehr gespannt, wie das mit dem Silikon laufen würde, ob das Werkzeug dicht ist und so weiter. Und dann war alles völlig problemlos.  Nur der LSR-Hersteller hat leider Lieferschwierigkeiten.

       

      Ahead: Sie haben das Werkzeug selbst gebaut, auch in China?

      Simon Zügel: Nein, hier bei uns in Endingen. Es gibt ja nur eine Handvoll Anbieter für Silikonwerkzeuge in Europa, die haben fast ein Monopol und liegen preislich sehr hoch. Da haben wir uns einfach gesagt, dass wir das selbst probieren wollen. Das ist dann wieder etwas, das ich Kunden anbieten und so einen Mehrwert für sie schaffen kann. Ich bin sehr stolz auf unsere Truppe, dass es so toll funktioniert hat.

       

      Ahead: Bei Silikonen sind die Chargenschwankungen sehr viel ausgeprägter als bei Thermoplasten Nutzen Sie APC plus?

      Simon Zügel: Ja, wir haben das schon an unseren anderen Maschinen im Einsatz, und ich glaube, dass es gerade bei der Inbetriebnahme der Silikonmaschine dafür gesorgt hat, dass die Teile sofort so gut waren. Es reguliert von Schuss zu Schuss die Füllung der Kavität und kalkuliert dafür die Schmelzeviskosität und Materialparameter mit ein. Wir sind ja wirklich noch Anfänger im Silikonbereich, da ist es sehr beruhigend, wenn die Maschine mitdenkt.

       

      Ahead: Sie haben sich für die hydraulische CX entschieden. Wäre die vollelektrische PX nicht auch interessant gewesen?

      Simon Zügel: Das war schlichtweg eine wirtschaftliche Entscheidung. Wir haben mit dem bestehenden Projekt rund 20 Prozent Auslastung. Die restliche Kapazität wollen wir natürlich mit anderen Aufträgen füllen und ich bin da auch sehr zuversichtlich, aber aktuell sind wir einfach noch nicht soweit. Die PX hätten wir genommen, wenn wir sie schon rund um die Uhr laufen lassen könnten.

       

      Ahead: Mit insgesamt 14 Mitarbeitern ist AsMoPLAST zwar kein großer Betrieb, Sie können aber im Grunde ein Rundum-Sorglos-Paket bieten, oder?

      Simon Zügel: Ja, das kann man so sagen. Wir haben Kunden, die nutzen vor allem unsere Werkzeugkompetenz und andere übergeben uns das komplette Projekt. Wir beschaffen Werkzeuge aus China, nehmen bei uns Anpassungen vor, mustern ab und stellen bei Bedarf auch Fertigungskapazität zur Verfügung. Egal welcher Umfang, es ist stets Top-Qualität.

       

      Ahead: Bis zu welchen Stückzahlen nehmen Sie Projekte an?

      Simon Zügel: Ich hatte immer die Sorge, dass wenn wir selbst in die Serienfertigung einsteigen, wir dann zum Konkurrenten unserer Kunden werden, was ich nicht wollte. Es hat sich aber gezeigt, dass diese sehr froh sind, wenn wir für sie Kapazitätsengpässe abdecken oder Artikel übernehmen, die sie selbst nicht fertigen wollen. Wir haben Bauteile, da stellen wir pro Jahr ein paar Hundert her und andere, da sind es ein paar Hunderttausend.

       

      Ahead: Wer sind Ihre Kunden eigentlich?

      Simon Zügel: Bei der Werkzeugbeschaffung haben wir viele aus dem Automobilbereich, für die wir aber nicht fertigen, weil hier die Anforderungen an Zertifizierungen für unseren kleinen Betrieb zu hoch sind. In der Serienproduktion sind wir beispielsweise für die Elektrobranche, Möbelindustrie oder Haushaltsartikel tätig. Da sind unsere Kunden meistens große Spritzgießer mit mehr als 40 Maschinen.  Sie schätzen uns als sehr verlässlichen Partner.

       

      Ahead: Diesen werden Sie nun auch die Silikontechnologie anbieten, oder?

      Simon Zügel: Selbstverständlich. Wir gehen davon aus, dass wir damit offene Türen einrennen, denn wir hatten ab und zu schon Anfragen in diesem Bereich. Aktuell entsteht an unserem Standort in Endingen eine weitere, zusätzliche Produktionshalle, welche wir Anfang 2022 beziehen werden. Wenn die LSR-Thematik richtig einschlägt, werden wir sicher nochmal anbauen müssen – und dann wird auch Platz für eine PX sein.

       

      Quelle Experteninterview: KraussMaffei ahead Portal

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